Klaus Farin, Leiter des Archiv der Jugendkulturen in Berlin hat uns eine kleine Zusammenfassung der geschichtlichen Entwicklung der Begrifflichkeit „Hate-core“ gegeben. Vielen Dank!

Als „Erfinder“ des Begriff „Hatecore“ gilt der US-Punk/Hardcore-Musiker Brendan Rafferty. Dessen 1984 gegründete New Yorker Band SFA („Stands For Anything“) benutzte den Begriff „Hatecore“ ab etwa 1988 auf Flyern und auf Konzertplakaten, um sich von der ihnen zu positivistisch orientierten, zu „hippiemäßigen“ Straight-Edge-Fraktion innerhalb der Hardcore-Szene abzugrenzen. SFA stand eher für den „traditionellen“ aggressiven, politisch rebellischen, am frühen Punk angelehnten Hardcore und machte dies auch durch ihr Äußeres (Leder, Nietenarmbänder), Bierkonsum etc. deutlich. Auf ihrem 1990 veröffentlichten Album „The New Morality“ bezeichnen sie ihren Stil dann auch selbst als „New York Hatecore“. „Es geht darum, die wahre Wut über die moralischen, sozialen und politischen Ungerechtigkeiten, die uns tagtäglich begegnen, auszudrücken. Diejenigen, die denken, Zorn hätte keinen Platz im Underground, haben selber keinen Platz im Underground“, erläuterte Rafferty in einem Interview 1991 den Genre-Begriff. Aufgrund des Kultstatus dieser Band übernahmen schnell zahlreiche andere Bands diese Bezeichnung für ihren Stil, was zu einer Ausdünnung der Bedeutung führte, so dass „Hatecore“ ab Mitte der 90er Jahre letztlich nur noch für „tough guys“ und „harte Musik“ zwischen Punk/Hardcore/Metal stand und selbst von Straight-Edge-Bands übernommen wurde..

Die ganze Aufarbeitung findet Ihr hier: HATE-CORE HISTORY